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Ökologische Wohnsiedlung
Lübeck - Flintenbreite

Aktuelle Bilder vom Baufortgang

Modell der 				Wohnsiedlung

Darstellung des integrierten Abwasserkonzeptes

Für das Siedlungsgebiet ist ein zukunftsweisendes integriertes Abwasserkonzept vorgesehen, das neben der Wassereinsparung die Nutzung von Nährstoffen und des Energieinhalts berücksichtigt.

Innerhalb des integrierten Abwasserkonzepts für die ökologische Wohnsiedlung Lübeck-Flintenbreite ist die separate Behandlung folgender Teilströme vorgesehen:

- Grauwasser (Abwasser ohne Fäkalien)
- Schwarzwasser (Toilettenabwasser)
- Bioabfall (organische Abfälle)

Das Regenwasser von Dächern und befestigten Flächen wird auf der befestigten Oberfläche abgeleitet und in Mulden, die in die vorhandenen Freiflächen integriert sind, innerhalb des Siedlungsbereichs auf dem Gelände versickert. Bei extrem starken Regenereignissen wird überschüssiges Wasser einem Teich zugeleitet, der in den angrenzenden Fackenburger Landgraben entwässert. Das Niederschlagswasser wird somit entweder durch Versickerung oder Einleitung direkt in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt.

Das häusliche Abwasser wird innerhalb der Wohnungen getrennt erfaßt. Durch den Einsatz von Vakuumtoiletten, die einen sehr geringen Wasserverbrauch haben, werden Fäkalien und Urin (Schwarzwasser) und das restliche Abwasser (Grauwasser) getrennt abgeleitet und behandelt.

Das nur schwach mit Nährstoffen belastete Grauwasser wird hierbei über Gefälleleitungen aus den Häusern herausgeführt. Es wird von Grobstoffen gereinigt und in diskontinuierlicher Beschickung den drei bewachsenen Sandfiltern (Pflanzenkläranlagen) zugeführt. Die Reinigungsleistung innerhalb der vertikal durchströmten Pflanzenkläranlagen wird im wesentlichen durch die in Sandkörper siedelnden Mikroorganismen erbracht, die Bepflanzung (i.d.R. Schilf) unterstützt dabei die Belüftung. Aufgrund der geringen Nährstoffbelastung (Stickstoff, Phosphor und Kalium) des Grauwassers, ist eine weitestgehende biologische Reinigung des Grauwassers in der Pflanzenkläranlage leicht und kostengünstig möglich. Der Abfluß der Grauwasserbehandlung, der Badewasserqualität aufweist, erfolgt erfolgt in den nachgeschalteten Teich, bzw. kann zu Bewässerungszwecken im Siedlungsgebiet genutzt werden.

Durch den Einsatz der Vakuumtoiletten (wie sie sich z.B. im Schiffbau oder ICE-Waggon bewährt haben), die je Spülung nur 1 - 1,2 l Spülwasser verbrauchen, liegt das Schwarzwasser als hoch konzentrierter Abwasserstrom vor. Dieser Teilstrom wird durch Vakuumleitungen zur zentralen anaeroben Behandlungsanlage (Biogasanlage) gesaugt.

Der anfallende Müll wird im Siedlungsgebiet soweit wie möglich getrennt in verschiedenen Fraktionen (Glas, Papier, Verpackungsmaterial, Restabfall und Biomülle) erfaßt. Biomüll wird dabei über ein Biotonnensystem gesammelt, in einer zentralen Anlage zerkleinert und ebenfalls der Anaerobanlage zugegeben.

Durch die gemeinsame Vergärung der beiden Fraktionen Schwarzwasser und Biomüll in der Anaerobanlage wird der Energieinhalt der beiden Teilströme genutzt. Das bei der Vergärung entstehende Biogas kann im Brennwertkessel zur Wärmeversorgung oder im BHKW zur Energieerzeugung genutzt werden. Die dabei entstehende Abwärme versorgt sowohl den Anaerobreaktor mit der erforderlichen Prozeßenergie als auch das angeschlossenen Wärmeversorgungsnetz.

Der nach bei der anaeroben Behandlung verbleibende Flüssigdünger wird in einem Speicherbehälter gesammelt und an die Landwirtschaft abgegeben. Hierdurch können die im Abwasser enthaltenen Nährstoffe fast vollständig in die Landwirtschaft zurückgeführt werden - der Nährstoffkreislauf wird hiermit geschlossen.

Innerhalb des integrierten Abwasskonzepts wird der Energieverbrauch für die Behandlung des Abwassers gegenüber herkömmlichen Verfahren stark verringert. Darüberhinaus wird bei der Anaerobbehandlung nutzbare Energie frei. Wasser- und Nährstoffkreisläufe werden lokal geschlossen und die Belastung der Gewässer mit Nährstoffen und pathogenen oder fäkalen Keimen wird aufgrund der Teilstrombehandlung erheblich reduziert.

Nähre Informationen zum Projekt finden Sie auch unter: www.Flintenbreite.de

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